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Schablonen reduzieren Gegenstände auf Umrißformen. Das Merkwürdige an Schablonen ist, daß sie zwar da sind, ihre Bestimmung aber durch etwas bekommen, was nicht da ist: Löcher. Die Substanz einer Schablone ist damit das Abbild eines Raumes zwischen den Dingen.
Malschablonen finden sich in Spielwarenabteilungen und Schreibwarenläden. Sie bestehen aus gefärbtem Hartplastik, ihre Größe schwankt zwischen der einer Streichholzschachtel und der eines Schulranzens. Die Schablonen sind bis zu zwei Millimeter dick und besitzen oft abgerundete Ecken.
Die meisten Schablonen werden in China gefertigt. Die weltweite Verbreitung verdeutlicht den universellen Charakter ihrer Formensprache. Am häufigsten finden sich Schablonen im DIN A4-Format, in dieser Größe sind über 100 Motive bekannt.
Abgebildet werden Motivgruppen aus vorwiegend vier Themenbereichen: Verkehr, Sport, Mensch, Tiere. Viele Schablonen existieren als Schablonenpaar, die im Motiv verwandte, aber unterschiedliche Formen abbilden. Es gibt also meistens zwei Schablonen mit Autos, zwei mit Flugzeugen usw. (Schablonen A + B).
Die Anordnung der abgebildeten Motive auf den Schablonen folgt ökonomischen Gesichtspunkten. Im Durchschnitt wird die Zahl von ca. einem Dutzend Motiven auf jeder Schablone erreicht. Die Zahl der Ausstanzungen liegt oft um ein Vielfaches höher: So wurde für zehn Motive die Schablone Schiffe A insgesamt 161 mal durchstochen.
Abb.: Schiffe A, DIN A4, Hartplastik blau, entdeckt 1993
Rollover: Schiffe B, DIN A4, Hartplastik blau, entdeckt 1993
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